17. Juni, von Sylvie Braibant
Man kämpft, da wo man kann. Zum Wochenanfang kamen zwei exzellente Tageszeitungen, die eine in Österreich, die andere in Kanada mit besonderen Titelseiten heraus: In Wien machte Die Presse mit den neuen Vätern auf; Le Devoir in Quebec brachte eine Recherche zu verrückten Haustieren. Die beiden, scheinbar (eben nur scheinbar)verschiedenen Themen haben einen gemeinsamen Nenner: Rückzug ersterer und exponentielle Zunahme der Fälle von letzteren stehen in Proporz zur Entwicklung der Krise ... (...)
13. Juni, von Sylvie Braibant
Es kommt vor, dass ich von Neuseeland träume... Denn Kopf voller Klischees, stelle ich mir ein mildes Klima vor, grüne Hügel bis zum Horizont, Schafherden mit vollen Bäuchen friedlich dahinziehend und das Ganze im sanften Licht glücklichen Daseins. Gewöhnlich bestärkt mich die Zeitungslektüre auch in diesen Eindruck. Selten dramatische Schlagzeilen, manchmal Exzesse der Lokalpolitik (oh ja, ganz nach bester angelsächsischer Gepflogenheit), meistens Inselnachrichten.
Das Foto der (...)
1. Juni, von Sylvie Braibant
"Wenn Sie im realen Leben dasselbe tun, setzen Sie sich der Strafverfolgung aus. Dies Spiel ist eine dramatische Inszenierung, eine Fiktion. Versuchen Sie sich niemals in einer Nachahmung." Der Hinweis steht in der Gebrauchsanweisung für den gewieften kleinen Benutzer eines Videospiels, das in Japan Furore machte, bevor es vom Markt genommen wurde: RapeLay, oder, übersetzt in angenehmerer Formulierung "Vergewaltigungssimulation". Der Hinweis sagt nicht: Tun Sie das nicht im realen Leben, (...)
25. Mai, von Sylvie Braibant
Neulich erfuhr ich einen Schock, als mir eine französische Zeitschrift für das reifere Alter zugesandt wurde. Bestenfalls ein Irrtum, schlimmstenfalls Reklame, dachte ich. Dann wurde mir bewusst, dass ich in den Augen meiner Kolleginnen und Kollegen inzwischen zu den "Senioren" zähle, zu den Mitarbeiter/inne/n über fünfzig. Also habe ich mir Artikel, die sich mit derartigem "Sonnenuntergang" befassen, angesehen, wo mancheiner sich fragt, wann du wohl deine Stelle freigeben wirst, während (...)
12. Mai
Zwei Geschichten von diesem Wochenende, die eine in Spanien, die andere in Australien. Beide berichten auf jeweils ihre Weise aus einer Kraft- oder Machtwelt übermäßig schwellender Bizepse, aus einer Männerwelt. Aus Madrid berichtet El Pais, scheint’s die beste Tageszeitung der Welt, jedenfalls aber eine der reichsten an Gegenständen und Beiträgen, von den letzten Augenblicken eines Gerichtsverfahrens. Illustriert mit verwaschenen Bildern. Der Angeklagte ist ein Militär, ein merkwürdiger (...)