Karawansereien

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Dienstag 2. August 2011

Ortswechsel

Ab August 2011:
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Freitag 8. Juli 2011

Als die chinesische Revolution von Frankreich ausging

Meine Freundin Dong Chun ist eine außergewöhnliche Frau: seit mehreren Jahrzehnten Journalistin der Nouvelle d’Europe, der populären chinesischen Tageszeitung für die chinesische Diaspora in Europa, Baudelaire-Übersetzerin und auch noch Autorin mehrerer Untersuchungen in vergleichender Literatur und Dichtkunst. Bei Diskussionen über das heutige China findet die kleine Frau, die harte Zeiten in der Kulturrevolution überstanden hat, oft treffende Antworten, die ihren erlauchten Kollegen vom alten (...)

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In Argentinien werden die Argentinierinnen schlechter behandelt als die Argentinier - tatsächlich?

Meine bevorzugte argentinische Tageszeitung, Pagina 12 ist deshalb die bevorzugte, weil sie jeden Tag ein schönes Bild auf die Titelseite setzt und mir das bei meinen mageren Spanischkenntnissen zu verstehen hilft, um was es im entsprechenden Artikel geht. Und jetzt hat sie mir wieder mal Freude bereitet mit einer Spalte zur Ungleicheit von Frauen und Männern im Land der Kühe und der Pampas. Schon im Titel wird Farbe bekannt: "Los, ihr Frauen, zurück zum Abwasch!" Zu diesem Schluss kommt die (...)

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Montag 13. Juni 2011

Didi, die neue eiserne Lady Indiens

Ihre Wähler nennen sie vertraulich "Didi", deutsch "große Schwester". Eine kleine fünfundfünzigjährige Frau hat entschlossen die Geschicke in Westbengalen, einem der meist bevölkerten Teilstaaten Indiens in die Hand genommen. Mamata Banerjee hat am 13. Mai 2011nach 34 Jahren die einzige im zwanzigsten Jahrhundert demokratisch gewählte marxistische Regierung der Erde zu Fall gebracht.
Westbengalen, das noch nie von einer Frau regiert wurde, liegt "ganz oben rechts" auf dem Subkontinent, zählt ein (...)

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Donnerstag 2. Juni 2011

Didar Fawzy Rossano, Revolutionärin, Internationalistin im 20ten und im 21ten Jahrhundert...

Im Herbst 1980, an Bord eines Schiffes vom italienischen Hafen Ancona durchs Mittelmeer nach Haifa, war Didar Fawzy Rossano zum ersten Mal unterwegs nach Israel. Trotz ihrer 70 Jahre war sie neugierig wie ein junges Mädchen auf das Land, das in ihrem Leben schon so lange eine Rolle spielte, im Guten wie im Schlechten. Die Insel Rhodos und die kleinen, herrlich mundenden Feigen lagen zurück, als die israelischen Zollbeamten sie (wie nacheinander alle Passagiere) zur Passkontrolle riefen. Der (...)

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Mittwoch 1. Juni 2011

Chile, die endlose Tragödie jenes anderen 11. Septenber.

Es war der 11. September 1973, 28 Jahre vor dem anti-amerikanischen 11.9.. Ich war 16 Jahre alt und ich denke, es war das erste Mal, dass ich meine Eltern weinen sah. Es waren nicht Bilder, die sie derart berührten, wir hatten kein Fernsehen, es war Ton im Radio, das Knattern von Maschinengewehren, Bombenexplosionen, Schreie - das Ende eines Demokratieversuchs der chilenischen politischen Linken, der Tod des Staatspräsidenten Salvador Allende. Jener 11.9. von den Brandstiftern der CIA kräftig (...)

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Freitag 6. Mai 2011

Eine Merkwürdigkeit zwischen Kolonie und Ex-Kolonisator

Die Tageszeitung The Mercury, die älteste der Provinz KwaZulu-Natal (Durban) in Südafrika, berichtet über eine scheinbar belanglose Begebenheit. Ein (junger) Mann hat seine (bezaubernde) Ehefrau töten lassen. Die beiden sind indo-pakistanischer Abstammung, die eine in Südafrika geboren, der andere in England. Auf den ersten Blick ein bedauerlicher Fall von Gewalt in der Ehe. Aber wenn man aufmerksam weiterliest, erfährt man auch, dass da Empfindlichkeiten einer alten Kolonie und ihres (...)

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Freitag 29. April 2011

Abenddämmerung für Eduard Limonow?

Die Tageszeitung Njesawissima Gaseta, postsowjetisch und wie der Name schon sagt, unabhängig, hat eine gute Nachricht für uns: Eduard Limonow, Kultautor der 1980er Jahre, seinerzeit der Moskauer Anarchist der aus Russland ausgewiesen in die Vereinigten Staaten übersiedelte, um nach der Perestroika zurückzukommen und in der rassistischen extremen Rechten zu versinken, habe nun wohl ausgespielt. Sein Werdegang erinnert an Pariser Kommunarden, die wie einst Henri Rochefort zu den Helden der (...)

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Freitag 22. April 2011

Gespenster aus Kenia

Sie sind zu fünft, eine Frau, vier Männer, gleich vor Downingstreet number 10: Jane Muthoni Mara, Ndiku Mutua, Paulo Nzili, Gitu Wa Kahengeri unt Wambugu Wa Nyingi, und sie erschüttern die Grundfesten Britanniens, das Habeas Corpus der alten konstitutionellen Monarchie. Wenn er noch leben würde, könnte Barak Obamas Großvater ebenfalls hier sein. Fünfzig Jahre sind vergangen, seit man sie, wie viele andere gefoltert hat, als von 1949 bis 1956 die Mau Mau in Kenia sich gegen die englische (...)

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Sonntag 17. April 2011

April 1961 - Gagarin und Eichmann, Gegenbilder

Eine seltsame Rückblende geht mir durch den Kopf: zwei Kindheitserinnerungen, beinahe meine ersten, wie mir scheint. Die eine fröhlich, licht, anregend, die andere tragisch, dunkel, umtreibend. Bilder zu beiden Ereignissen kommen mir beim Nachdenken wieder ins Gedächtnis, 50 Jahre später, wenn man heute das eine Ereignis feiert, das andere diskreter wieder vermerkt. Dabei hatten wir damals kein Fernsehen, nur ein Transistorradio.
Das Ganze begann mit einem Eifersuchtsanfall gegen meinen (...)

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Mittwoch 30. März 2011

Die Kernkraftdebatte, umgeht sie Frankreich wie damals die radioaktive Wolke von Tschernobyl?

Die allerersten fanden sich in Frankreich, Abgeordnete und Regierungsmitglieder, die eine Unverschämtheit darin sahen, die Kernkraftdiskussion zu schüren, als die Tsunamiwelle an Japans Küsten noch kaum verebbt war. Dann war Deutschland an der Reihe, wo ökologische Themen seit Jahrzehnten die Politik mitbestimmen und niemand sich darüber aufregt, dass die Kernkraft sofort wieder in Frage gestellt wird, wenn in einem Kraftwerk eine Kernschmelze einsetzt, auch wenn das Kraftwerk sich am anderen (...)

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Freitag 25. März 2011

Revolution der Pariser Commune und die des Mondes...

Kennen Sie die Zeitung Presse Nouvelle Magazine? Oder wenn ich Sie frage: Presse Nouvelle Hebdo, sagt ihnen das etwas? Oder auch Neie presse? Nein, noch immer nicht? Dabei handelt es sich doch um eine meiner kleinen Proustschen madeleines... Denn mein Großvater, will mir scheinen, las diese Zeitung, jener Großvater, den ich nicht gekannt und der MoIse hieß... Später fiel der Titel häufig in Gesprächen, wenn ich meine Ohren spitzte und verstehen wollte, worüber meine Mutter und meine Großmutter (...)

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Sonnabend 19. März 2011

Tchernobyl, Fukushima - beide Male das schreckliche Wort Liquidatoren

In den Stunden nach der Explosion im Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 in der Ukraine traten sie auf den Plan. Sie erschienen auf den Titelseiten in der ganzen Welt, diese Soldaten, die gegen jenen unsichtbaren Feind, die Radioaktivität zu kämpfen hatten. Ausgerüstet mit unsicheren Gasmasken und Schutzkleidung, die nicht besonders widerstandsfähig schien... Gesichter, die man nicht sehen konnte, unscheinbare Helden, die über die zerstörten Mauern des Kraftwerks eilten, während die (...)

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Donnerstag 3. März 2011

Diskriminierung Mann-Frau: nur zu, ihr Heuchler!

Die Nachricht erschien trotz allem auf der Titelseite der République du centre, meinem beinahe Lieblingsblatt, seit ich in Montargis wohne... Europa fordert Frankreich dringend auf das Prinzip der Gleichberechtigung zu respektieren und Autofahrerinnen die gleichen Versicherungsbeiträge abzuverlangen, wie Autofahrern. Die Haftpflichtversicherung der Frauen am Steuer war wohl die letzte Domäne (und zweifelsohne auch die erste) in der das zweite Geschlecht im Vorteil war. Nachgiebig, ruhig, (...)

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Donnerstag 24. Februar 2011

Gravitationszentren: die Revolutionen in Lybien, in Tunesien und anderswo, aus russischer Sicht

Seit zwei Wochen kennt die Geographie in Frankreich aber auch, nach allem was ich lesen und sehen konnte, im übrigen Europa und in Nordamerika, oder, anders gesagt, bei allen Neokolonisatoren, zwei Räume: die Abendländer und die arabische Welt, ein unterschiedsloses Gebilde von Tanger bis Teheran über Istanbul und Djibouti... Die Kommentatoren begeistern sich zu Recht am Fall der Regierenden dieser "arabischen Welt" und werfen alle in den gleichen Topf, Khadafi und Mubarak, Algerien und Yemen, (...)

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