Karawansereien

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Mittwoch 29. Juli 2009

"Eine große Katastrophe..."

Die/der Reisende, die/der dieser Tage in der deutschen Hauptstadt ankommt, trifft auf düstere Mienen. Wenn sie/er obendrein noch in den deutschen Tageszeitungen blättert, hat sie/er wahrscheinlich nur noch den Wunsch, sofort wieder abzureisen: auf der ganzen Linie nichts als Chaos, Unglück, Crash, Dritte Welt, Krieg, Krise, Infarkt, Zusammenbruch, nie dagewesene Situation, Albtraum... Bei näherem Hinsehen tut sich tatsächlich ein Abgrund auf: die S-Bahn fährt nicht mehr oder, genauer (...)

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Freitag 17. Juli 2009

Spione, die’s sein wollten, aber nicht wussten, ob sie’s waren.

Kennen Sie Kazachstan? Das ist ein eintöniges Steppenland, von dem man gewöhnlich kaum laut zu sprechen wagt, so autoritär ist sein Präsident, Nursultan Nasarbeijew. In Kasachstan sprudelt das Erdöl wie anderswo der Regen fällt. Also will man sich, wie jeder Neureiche, seine Einflusszone schaffen, gegen Öl, versteht sich. In letzter Zeit waren Deutschland und Österreich privilegierte Jagdgründe der Russen, die ja auch Öl produzieren. Da kommt der Wiener Botschafter von Kasachstan, ein (...)

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Mittwoch 8. Juli 2009

Russland grüßt: von Josef zu Michael

Um Ihnen allen die maßlose weltweite Trauer um Michael Jackson ein wenig leid werden zu lassen gehen wir nach Russland, genauer nach Woronjesch, in eine an Gewässern reiche, hübsche Landschaft im Südwesten des Landes. Aus der Njesawisimaja Gaseta erfahren wir, dass seit einigen Tagen merkwürdige Plakate die Stadt schmücken: darauf ist sehr groß das Portrait des Führers aller Zeiten und aller Völker, unseres geliebten Josef Stalins, zu sehen und daneben steht der Spruch: "Wir haben gesiegt". (...)

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Das riecht nach Schwefel...

Schon wenn man nur das Foto sieht, kann einem übel werden: eine Frau und im Vordergrund ein Riesenhaufen von Müllsäcken der sie teilweise verdeckt, das erinnert uns an jene schrecklichen Tage als die Müllfahrer streikten und die Städte in Frankreich unter Bergen von Hausmüll und Abfällen zu verschwinden drohten. Die meisten ausländischen Korrepondenten, besonders die nordamerikanischen amüsierte unser kleines, immer wieder von sozialen Bewegungen gebeuteltes Hexagon, und mit schadenfroher (...)

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