Karawansereien

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Mittwoch 24. März 2010

Die Rächer sind in der Stadt...

"Baradero City brennt! Zwei Jugendliche sterben bei einem Motoradunfall. Die Folgen: nächtliche Unruhen, Brändstiftung, Zerstörung." - Man denkt an Frankreich, an eine Neuauflage von Clichy sous Bois oder Villiers le Bel, aber der Ort des Geschehens liegt diesmal in Argentinien, nicht weit von Buenos Aires. In einer reizenden, wegen ihrer Grünanlagen und ihres Wasserreichtumg gern von Touristen besuchten, Stadt, 150 km nordwestlich der Metropole, die bisher keine Gewaltausbrüche kannte, fahren (...)

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Donnerstag 18. März 2010

Mata Hari zurück ... sagen die Polen

Die Gazeta Wyborcza, die ihre Leser einfachheitshalber nur "Gazeta" nennen, nimmt in dieser Woche eine reizende Spionageaffaire wieder auf und titelt: "Olga, eine weißrussische Mata Hari". Die Geschichte hat den zweifelhaften Reiz derer, die in Zeiten des kalten Krieges im Schwang waren, als Bundestagsabgeordnete und deutsche Kanzler dem Charme von Sekretair/inne/en erlagen, die als Stasi- und KGBagenten geführt wurden. Die (von Aktiven der Solidarnosc gegründete) Zeitung meint allerdings, (...)

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Donnerstag 11. März 2010

Frauen, Québecische Ansichten

Der 8te März verpflichtet. Die Zeitungen veranstalteten ein Feuerwerk von Titelseiten, die den Frauen in ihren Staaten, Ständen und Zuständen gewidmet waren. Gewiss die spektakulärste Seite präsentierte The Economist mit "Gendercide": zwei rote Söckchen auf schwarzem Grund, Symbol für die 100 Millionen Mädchenbabys, die in Ländern mit Einkindpolitik ins schwarze Loch der Geschlechterpräferenz fallen. Allerdings lässt die britische Wochenzeitung die Herkunft der Zahl einigermaßen im Ungewissen: Wo, (...)

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Montag 8. März 2010

Frauen, Sichtbares und Unsichtbares

Wenn der 8. März sich nähert, breiten sich in Oesterreich die Frauen spaltenlang und bildbeladen aus. Nackt oder verschleiert, verdreht oder gerade formieren sich ihre Körper auf den Titelseiten großer und kleiner Tageszeitungen zu einem leicht chaotischen Tanz. Fern vom traditionellen Dirndl, das mich in meiner Kindheit in den Familienferien in Oesterreich begeisterte.
Nehmen wir den Kurier mit einem verwirrenden Mosaik aus nackten, verdrehten Leibern. "Wenn Kunst und Porno sich begegnen" (...)

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Montag 1. März 2010

Nicht sehr passend...

Aus fast allen Titelseiten der Tageszeitungen jenseits des Rheines schaute am Mittwoch den 24. Februar das Gesicht einer jungen Frau, offen aber traurig und in Israel gleichzeitig das eines jungen Mannes, eher düster und verschlossen, zunächst in Haaretz, dann in allen Medien des Landes.
Den Deutschen ist die Dame bekannt, sie ist fast eine Ikone, die entgegengesetzte von der eines Benedikt des sechszehnten. Margot Käßmann ist die Ratsvorsitzende der mächtigen protestantischen Kirchen jenseits (...)

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Freitag 19. Februar 2010

Ansichten, Weltbilder, Träume

1. Sintflut
Der Mann scheint ärgerlich. Es mag zwar Sommer sein, und man kann bei zwanzig Grad spazieren gehen, während Leute auf der anderen Hemissphäre frieren. Aber mitten auf der Straße zu tauchen, scheint doch ziemlich unbequem.
Der Mann schaut uns fast drohend an, als sei es unsere Schuld, dass er in einer Hauptverkehrsader schwimmen bzw. dieselbe schwimmend überqueren muss.
Und doch: wer hat nicht davon geträumt, dass seine Stadt ein Venedig werde? Sind die Bilder von Paris in der (...)

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Freitag 12. Februar 2010

Diskriminierung auf allen Ebenen...

In dieser ersten Februarwoche 2010 waren Inder die Leidtragenden, bei sich zu Hause und im Ausland. Oder vielmehr bestimmte Gruppen von Indern, die hier wie dort schlecht behandelt wurden. Im Staat Andhra Pradesh, im Südosten des Subkontinent verwarf das Höchste Gericht die Einrichtung von Quota, die Menschen aus islamischen Unterschichten 4% der Arbeits- und Ausbildungsplätze einräumen sollten. Ein entsprechendes Gesetz war vom Parlament dieses Staates - Indien ist eine föderative Demokratie (...)

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Sonnabend 30. Januar 2010

Leibliche Genüsse

Anscheinend häufen sich um die Mitte Januar die großen Depressionen auf der nördlichen Halbkugel: der Winter dauert an, die Sonne macht sich rar und die Bewohner dieser Erdhälfte hören auf, sich um unseren Planeten Sorgen zu machen und hoffen auf die Klimaerwärmung. Bestimmt hat das Syndrom auch Ferran Adrià erwischt: hat doch der katalonische Gastwirt und der Welt berühmtester Küchenchef soeben verkündet, dass er für zwei Jahre, 2012 und 2013, seine Kochtöpfe an den Nagel hängt. Für 2010 ist er (...)

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Donnerstag 21. Januar 2010

Trink oder stirb: Du hast die Wahl!

Am letzten Sonntag, dem 17 Januar 2010, äußerte sich mein begnadeter Kollege Wadim Glusker, Leiter des NTV-Büros in Paris, in der Sendung Kiosque von TV5Monde zum 90jährigen Jubiläum eines generellen Alkoholverbots in den Vereinigten Staaten. Er fragte sich, was die Konsequenzen eines solchen Gesetzes in Russland wären und meinte, eine solche Maßnahme wäre vollkommen unrealisierbar. Der Beweis: "wenn Michail Gorbatschow nicht 1985 eine Kampagne gegen den Alkoholismus im Land gestartet hätte, wäre (...)

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Donnerstag 14. Januar 2010

Weg mit dem großen Lenin und der kleinen Mao, ich will sie nicht sehen...

Die Bewohner der entzückenden Stadt Richmond am Pazifik, in der Provinz British Columbia, haben einen großen Kummer. Die Stadt zählt zum Einzugsbereich von Vancouver, liegt quasi als Vorstadt in der weiteren Umgebung im Süden. Richmond ist eine zwar sehr ausgedehnte aber lebendige Stadt mit der reichen Geschichte einer Wohlhabenheit, die bis auf die Pioniere zurückgeht. Doch wie die große Nachbarstadt ist sie heute fast ebenso chinesisch wie kanadisch: von jenseits des Meeres kamen Einwanderer zu (...)

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Freitag 8. Januar 2010

Kopfstand...

Die Neuseeländer haben verdammt viel Sinn für Humor und fürs Feiern und sind stolz darauf, wennn man den versammelten Titelseiten ihrer großen Tageszeitungen Glauben schenkt. Da erscheint Kyle Gear, sechs Jahre alt und womöglich mit allen seinen Zähnen in einer ziemlich spektakulären Neuauflage von "Halt durch, Jeannot" (Film-Sketch, Sophie Daumier, Guy Bedos, La Drague (die Verführung), 1972 d. Ü.). Also Kyle war einer der Konkurrenten in der Junior-Serie (sehr Junior) aller möglichen (...)

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Das Recht der Herren und Meister, Blutsauger der Verdammten dieser Erde...

In dieser Nachweihnachtszeit betet die Tageszeitung Pagina12 eine Art Litanei herunter, eine besondere Art von Gebet in diesem, sehr katholischen Argentinien. Das Blatt ist bekannt für seine Stellungnahmen in sozialen Dingen und setzt sich diesmal für die Kleinbauern ein, die gewaltsam von Ländereien vertrieben werden, die sie oder ihre Familien über Jahrzehnte hin bewirtschaftet haben. Das geschieht auf Geheiß von Mulitmillionären der Agro- und Nahrungsmittelindustrie, die unter totaler (...)

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Freitag 18. Dezember 2009

Meer, Sex und Sonne

Wer sich entrüstet weiß warum. Montag, der 14.Dezember 2009. Silvio Berlusconi kuriert seine Verwundungen, Europa erstarrt in der Kälte, die Moskovskaya Pravda, die Mospravda, wie sie liebevoll genannt wird (wörtlich auch "Moskauer Wahrheit"), widmet einen langen Artikel einem ganz wesentlichen Lebensaspekt der Russen im Ausland: den sexuellen Annehmlichkeiten in den Badeorten des Roten Meeres. Die Mospravda wurde in der Revolution (1918) geboren, in einer Zeit, in der extreme Verschämtheit und (...)

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Mittwoch 9. Dezember 2009

Mein Leben lang hab ich davon geträumt, Stewardess zu sein...

... mein Leben lang habe ich geträumt, den Hintern in die Luft zu heben ("les fesses en l’air": ein lustiger Ausdruck für den Geschlechtsakt d.Ü) sang Jaques Dutronc. Und nun ist daran bald nicht mehr zu denken: aus dem Miami Herald erfahren wir, dass das amerikanische Innenministerium immer mehr Drohnen einzusetzen gedenkt, diese Flieger mit den langen Flügeln, die keine Piloten haben und weder Bord- noch Backbord-service ...
Die neuen Raubvögel sollen vorallem entlang der Grenzen fliegen und (...)

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Sonntag 29. November 2009

Schafft mir den Penis weg, ich will ihn nicht sehen: die Stunde der perversen deutschen Opas

In dieser Woche Polemik auf allen Ebenen der deutschen Presse, Polemik um Bilder, Kult- oder gar Kunstbilder, falls es sich nicht doch um "Schinken" handelt... Über dem zwanzigsten Jahrestag des Berliner Mauerfalls hat man den sechzigsten Jahrestag der Bundesrepublik Deutschland fast vergessen. Im allgemeinen und wohl inszenierten Herumtrampeln auf dem dahingegangenen sozialistischen Deutschland bildete allerdings eine kleine Figur die Ausnahme: das Sandmännchen hat 50 Jahre auf dem Buckel (...)

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