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Wer sich jetzt ärgern muss, das sind die Marsmenschen und die Meeresschluchtenbewohner. Stellen Sie sich das nur in etwa vor: die einen müssen auf die ungetrübte Aussicht auf die Erde oder auf eventuelle Eroberungsfeldzüge verzichten, während für die anderen das Unterwasserleben ab jetzt einem Hindernissrennen gleicht... In einer Woche gleich zwei alarmierende Unglücksfälle. Am 12. Februar stoßen zwei Satelliten, der eine amerikanisch, der andere russisch (was für ein Zufall!) zusammen, explodieren in hunderte von Einzelteilen, die sich mit tausenden anderen im Orbit vereinen und um unseren Planeten eine mehr oder weniger undurchsichtige Wolke bilden.

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Fünf Tage später enthüllt die britische Presse, dass zwei Atom-Uboote, das eine französisch, das andere englisch (was für ein Zufall!), beide mit Nuklearwaffen von 1248 mal (seien wir genau!) der Sprengkraft der Hiroshimabombe, 20 000 Meilen unter dem Meer (s. Jules Verne (KS)) zusammengestoßen sind. Hoppla! Aber keine Angst: die russischen, amerikanischen, französischen und englischen Behörden singen im Chor: alles in Ordnung, die Lage ist unter Kontrolle, weitergehen, es gibt hier nichts zu sehen.

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Die beiden Ereignisse, zwei Premieren auf ihrem Gebiet, haben zu Titelseiten geführt, eine schöner als die andere, mit Fotos von unserer kleinen Erde, die fast wie Saturn aussieht, mit einem wunderschönen goldenen Ring. Nur handelt es sich hier nicht um Gas, Körner und Bröckchen, sondern um ineinander verkeilte Wrackteile im einen und um Stahlungeheuer im anderen Fall, die wie ein moderner Neptun aus den Fluten auftauchen. Auch hat man uns mit weisen Erklärungen gefüttert, mit ungewissem, je nach Zeitung und Breitengrad verschiedenem Zahlenmaterial überhäuft. Unmöglich zu erfahren, wieviele Müllteile da zum Beispiel um uns herum die fröhliche Sarabande aufführen: 17300 sagt die Washington Post, 12000 meint die kanadische National Post, 300 000 schwört die Londoner Times, während die Moskauer Iswestja es vorzieht, nur die russischen und sowjetischen Teile zu zählen, angeblich nicht mehr als 600 und genau inventarisiert, die da als "Fliegende Holländer" herumschwirren und bis in alle Ewigkeiten fliehen.

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Die schriftstellerische, lyrisch-humoristische Palme gebührt aber zwei englischen Journalisten, die zum einen für die Times, zum anderen für den Independent schreiben, also ein Schlag rechts, ein Schlag links... Da wären zunächst die Überlegungen von Anjana Ahuja in der Times zu lesen: "Wenn Sie ein genügend starkes Teleskop auf den Saturn richten, erleben sie ein grandioses Schauspiel. Wie eine Perle aus Marmor und silbernem Onyx ist das Gestirn von einem blassen Ring aus vereistem Wasser umgeben, das feine oder kräftige Lichtstrahlen aussendet und so die Vorstellung von Ringen entstehen lässt, wo es sich in Wirklichkeit um Müll handelt. Sie können auch sagen, Satelliten, wenn Sie wollen, die zum Teil edlen Zwecken dienen, als da sind die Wetterbeobachtung, das Satellitenfernsehen, das Handytelefonieren und vorallem die Spionage böser Nationen! (...). Angesichts solcher Vielzahl war der Zusammenstoß über Sibirien sicher. Da oben herrscht Anarchie. Es gibt da keine Verkehrsregellung (es müsste ein Maxiverkehrsgesetz für die Maxirouten geben), und es gibt auch keinen Kontrollturm, der ihnen sagen würde: "Hallo, ihr Satellit stürzt ab, legen Sie sich bitte flach auf den Boden" ". Soviel für den gestirnten Himmel über uns.

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Jetzt noch ein kleiner Tauchgang mit Chahal Milmo, Chefreporter des Independent, der sich nicht scheut, sich mit der königlich britischen Marine anzulegen, die Nation bis ins Mark zu treffen. "Also, mein lieber Admiral, was können Sie uns zum nuklearen Unterwassercrash sagen?" und weiter (bis ins Mark): "Ist Ihnen klar, was einer der schlimmsten Albträume aller Zeiten ist, der schon in der bloßen Vorstellung Angst auslöst? Nämlich das schlimmste Unglück mit Atomubooten seit der Koursk (das Uboot, das vor Murmansk mit der ganzen Mannschaft unterging) im Jahr 2000." Der Admiral, Sir Jonathan Band erklärte daraufhin: die Uboote gleiten heutzutage immer geräuschloser durch die Tiefsee um die Meeresbewohner nicht zu stören, und fügt hinzu, das sei auch der Grund für das absolut unwichtige kleine Unglück gewesen. Da hätten wir also jetzt unsere Vision von Schiffen, groß wie Wohnblocks, geführt von Kapitänen, die sicher sind, dass sie vor dem Verlassen des Hafens auch ihre Gleitschuhe angelegt haben, damit sie Wale und Seeigel nicht stören. Will uns der Chef der britischen Marine für dumm verkaufen? Man wagt nicht, sich das vorzustellen...