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Die Fortsetzung der Verdrießlichkeiten um den berühmten spanischen Richter. Konnte er bisher schon stolz sein, als Draufgänger zu gelten, ab jetzt könnte er sich gar als erster politischer Flüchtling aus Juan Carlos’ und Zapateros Spanien bezeichnen! Nach der Anordnung der Richter am obersten spanischen Gericht, ihm wegen Untreue im Amt, Einflussnahme und Machtmissbrauch den Prozess zu machen, hat der Richter um seine Beurlaubung beim Internationalen Strafgerichtshof gebeten, wo der argentinische Staatsanwalt, der die Wertungen der Spanier nicht zu teilen scheint, ihm alle Türen offen hält. Für diejenigen, die das vielleicht nicht wissen: Untreue im Amt - prevaricatio - ist ein besonders hässliches Vergehen, nämlich dass man aus Eigeninteresse seine Amtspflichten verletzt, anders gesagt, eine Form von Illoyalität die bis zum Verrat gehen kann.

Man klagt ihn dergestalt an, weil er Nachforschungen zu den im Bürgerkrieg von 1936 verschwundenen Personen und zur Repression im Francoremige anstellen wollte, obwohl ein 1977 (also zwei Jahre nach Francos Tod) verabschiedetes Amnestiegesetz wohl oder übel alle Ereignisse und Schrecken der faschistischen Vergangenheit ad acta verwiesen hat. Weitergehen, hier gibts nichts zu sehen, falls Sie noch Zweifel haben sollten. Richter Garzon, der General Pinochet verfolgt, und das lange nach dem Ende der Diktatur in Santiago, ist da anderer Meinung: wer ein Kapitel abschließen möchte, muss es gelesen haben.

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Um von vornherein allen Vorwürfen, es handle sich um einen politischen Prozess, entgegen zu treten, haben die Madrider Richter der gewichtigen Anklage des verhassten Kollegen ein paar Anhängsel beigegeben: Man wirft ihm vor, sich für einen Straferlass der spanischen Bank Santander (eine der größten der Welt) eingesetzt zu haben, nachdem er an von der Bank finanzierten Vorträgen zum Terrorismus teilgenommen hatte. Und schließlich wird ihm noch vorgeworfen, dass angeordnet habe, im Rahmen einer Voruntersuchung zur Korruption in der politischen Rechten Spaniens, vertreten durch die Volkspartei - Partido popular - Telefongespräche illegalerweise abzuhören. Eine Partei, die übrigens ganz besonders auf der Amestie für Verbrechen des Francoregimes besteht. Spanien, das zur Zeit mit der realen oder vemeintlichen Gefahr eines Staatsbankrotts ein nicht gerade klares Bild abgibt, täte gut daran, sich diesem, prinzipiell exemplarischen Versagen seiner Demokratie zu stellen.

(Bemerkenswert nebenbei vielleicht auch die "objektive" Zufälligkeit, dass die drei europäischen Länder, die wirtschaftlich und finanzwirtschaftlich die größten Schwierigkeiten haben, den Übergang vom Faschismus zur Demokratie ohne "Erinnerungsarbeit" vollzogen haben.)

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Auf der anderen Seite des Atlantik macht die Demokratie Fortschritte in den zarten aber festen Händen von Barak Obama. Der Präsident plaziert langsam aber sicher seine Leute im obersten Gerichtshof und beugt damit den im Zusammenhang seiner Gesundheitsreform und seines Einsatzes für den Umweltschutz kaum zu vermeidenden juristischen Auswüchsen vor.

Seine beiden Meisterstücke sind zwei Frauen, beide aus Chikago, was natürlich kein Zufall ist, und ausgezeichnete Juristinnen. Die erste, Elen Kagan, 50 Jahre alt, tritt an die Stelle von John Paul Stevens. Der beinahe neunzigjährige, weltoffene und moderne Doyen des Gerichshofs fand, es sei Zeit, sein Amt zu übergeben. Diane Wood, die zweite Juristin, harrt einstweilen in den Startlöchern des nächsten Wechsels. Dann wird es vier Frauen geben und eine demokratische Mehrheit von einer Stimme. Wird jemand sich selbst verleugnen um die Dinge zu beschleunigen?

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Wir sind bereit ihm einen herrlichen japanischen Blumenstrauß für seine Opferbereitschaft zu spendieren: diesen farbenfrohen Torbogen aus japanischen Glyzinien, der mit seinen 22 verschiedenfarbigen Arten von Glyzinien die Besucher des Kwachi Fujien, des sublimen Gartens im Herzen des traditionellen Japans, einen Augenblick lang empfängt .

Angeblich ist die außergewöhnliche Farbenpracht dem belebenden Kälteeinbruch im März zu verdanken.

Allein der Anblick dieses Blumenwunders lässt uns vor Rührung und eingebildeten Düften beinahe umkommen.

Der Magier des Parks, Takashi Higuchi, 63 Jahre alt, hat einen einzigen Traum: "dass jede und jeder sich nach diesem Gartenerlebnis glücklich fühle".

Die einfachsten Dinge sind doch die besten, nicht wahr?