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April 2007 wird für die Kommunistische Partei Frankreichs sicherlich einer der unangenehmsten Monate ihrer Geschichte bleiben. Diese Partei - eine der letzten auf dieser Welt, die noch das Wort "kommunistisch" in ihrem Namen führt - hat nicht nur ihre Wähler und Anhänger verloren (sie hatte in den 60er Jahren mehr als 20% der Stimmen und bei der letzten Präsidentenwahl nur noch 2%), sie könnte auch ihren Besitz verlieren. Eine Aussicht, die der französischen Tageszeitung Le Figaro, die zur politischen Rechten neigt, nicht gerade missfällt.

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Noch besitzen die französischen "Genossen" nicht nur eine reiche Vergangenheit, sondern auch Immobilien und eine Reihe von Kunstwerken, die ihnen von Weggenossen aus der Kunst überlassen wurden, übrigens nicht von den geringsten: Picasso, Duchamp, Fernand Léger oder auch Edouard Pignon. Entgegen rührender Dementis der Funktionäre: dieser Kriegsschatz verschwindet langsam: Wohnungen, ein großes Haus, Immobilien wurden bereits abgestoßen um die Kassen aufzufüllen. Bilder, darunter die berühmte "Mona Lisa mit Schnurrbart" von Duchamp sind vermietet. Schätzungen wurden in Auftrag gegeben.

Allem zum Trotz behält die Partei aber noch zwei Juwelen: ihren Sitz am Colonel-Fabien-Platz im Pariser Norden, der vom brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer entworfen wurde, mit seinen drei Mal 5000 Quadratmetern, Büros, Fluren, Parkplätzen; und eine Wohnung, die sogenannte Leninwohnung, zwei Zimmer im Pariser Süden, in denen der Führer der Bolschewiki gewohnt haben soll... jedenfalls ein paar Tage lang. Schon seit mehreren Jahren vermietet das Zentralkomitee seine Gemäuer ohne Gewissensbisse und mit kapitalistischer Effektivität an Firmen der Haute Couture für Modeschauen. Das erste Haus, das den Reigen eröffnete, ist eine gewisse Firma Prada, bei der Madame Sarkosy sich einkleidet... Luxus nach Prada und der hingerichtete junge Widerstandskämpfer Guy Moquet: zwei Bindestriche zwischen dem neuen Präsidenten und der französischen kommunistischen Partei?

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Am anderen Ende der Welt, dort wo sich ein Land noch als kommunistisch gibt, macht sich eine der großen Tageszeitungen von Honkong Sorgen: die neue Generation verfüge nicht über die Führungsqualitäten um große Unternehmen im Wettbewerb einer globalisierten Welt zu leiten! Nach einer von der South China Morning Post in die Wege geleiteten Untersuchung sind die fraglichen Eigenschaften: Wissen, globale Vision, Innovation und Kreativität, Ausdauer und Entschlossenheit und... ein ausgedehnter Wortschatz in der eigenen, aber auch in der Sprache der anderen. Die führenden und andere Unternehmer, die gefragt wurden sind sehr streng mit ihren potentiellen Nachfolgern: Mangel an Unabhängigkeit, an Initiative, an Entschlossenheit, an Eifer, an Lebens- und Redekunst... Kurzum, früher war alles besser. Der Kapitalismus ist auch nicht mehr, was er mal war (und der Kommunismus auch nicht).

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Zum guten Schluss muss man sich, wenn man sein Antlitz nicht verhüllen will, in dieser Woche nach Brasilien oder nach Indien bewegen. Die ausgezeichnete Times of India berichtet aus Quellen des ehemaligen Kolonialherren: die englische Produktionsfirma Ricochet will mit Kandidaten für Schönheitsoperationen eine Realityshow drehen, wobei Gesicht und Körper neu entstehen sollen. Die Sendung wendet sich vorzugsweise an arme und missgestaltete Leute aus der Bevölkerung. Die Produzenten geben vor, mildtätig sein zu wollen. Wie auch die Niederländer, die in einem absurden, makabren Wettbewerb Organe vergeben wollten. Aber das war am Ende nur eine Witz... Ricochet beteuert zur Zeit noch, dass das Casting erfolgreich sei, und sie hätten auch schon einen Sender.

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Verbirgt sich José Serra, der Gouverneur von Sao Paulo deshalb hinter einer Maske mit etwas glasigen Augen? Gewiss nicht, sondern weil er gegen die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in seiner Stadt und im ganzen Land protestieren will. Gleichzeitig will ein dänischer Künstler den Gipfel des Mont Blanc rosa anmalen und dort die der Umwelt gewidmete Rosa-Republik gründen. Alles eine Angelegenheit des Marketing. Die jungen Chinesen könnten sich ein Stück davon abschneiden...