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Von nun an gibt es auf der Welt noch mehr Trennungslinien: Nord/Süd, Ost/West, sprachliche und solche zwischen denen, die "haben" und denen, die "nicht haben". Nicht Öl, Edelmetalle, Diamanten sind das neue Gold, das die Augen der Mächtigen glänzen lässt, sondern jener ungreifbare aber explosive, dampfförmige Stoff, das Gas. Der kommende Montag ist Ostermontag für die Christen, Katholiken und Protestanten, während die Orthodoxen gerade ihren Weihrauch- und Auferstehungsgeschwängerten Ostersonntag hinter sich haben und die Muslime weder feiern noch gefeiert haben. An diesem Tag treffen sich die neuen Supermächte mit den reichen Gasreserven in Doha, der Hauptstadt von Katar. Die russische "Gazeta" wäre gern jetzt schon dort und fragt sich, wer wohl in der neuen Familie das Oberhaupt und wer das Fußvolk sein wird. Wer wird Regeln aufstellen, damit dieser neue Energiekrieg ein Ende nimmt? Ein weites Feld, auf dem Russland natürlich gern eine nicht unbedeutende ideologische Rolle spielen möchte. Wenn man die einladenden Gesichter der Gastgeber auf dem Bild, mit dem das Blatt die Problematik illustriert, betrachtet, dürfte eigentlich nichts schief gehen...

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Auch anderen Ende des Kontinents war in der Asahi Shimbum in dieser Woche eine Schlachtordnung zu bewundern. In einer dieser Zeremonien, die das Geheimnis des Landes der aufgehenden Sonne sind, haben die Leiter des größten japanischen Automobilkonstrukteurs die Gesamtheit ihrer Angestellten zu Toyota beordert, damit sie die Neuankömmlinge in ihrem wundervollen Universum begrüßen. Die 1200 Beschäftigten sangen die Hymne des Unternehmens und schworen 2007 mehr zu produzieren als General Motors und damit die weltweite Nummer Eins der Automobilhersteller zu werden. Beim Gedanken an einen etwaigen Misserfolg und mit der Vorstellung, dass im nächsten Jahr zur selben Stunde all die aufmerksamen, braven Arbeiter/innen gemeinsam, ebenso heiter wie sie singen, Harakiri machen, können einem die Haare zu Berge stehen...