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Im Prinzip geht die Sonne im Osten auf, aber kaum sind die Neujahrsfeiern vorüber, dämmern im Fernen Osten merkwürdig düstere Nachrichten. Im Land der aufgehenden Sonne eröffnet die Tageszeitung Asahi Shimbum (wörtlich "Zeitung der aufgehenden Sonne", tägliche Auflage über eine Million) das Neue Jahr mit einer Folge von Reportagen über Ängste und zerschlagene Träume von Nordkoreanern die seit langem in Japan leben. Die ältesten, die seinerzeit aus Pyongyang kamen, meist um reich zu werden, aber auch und trotz allem, um ihrem Vaterland zu helfen, sehen sich heute vom Herkunftsland verraten. Und das nicht nur wegen der Atomwaffen die Kim Il Sung dem Nachbarland unter die Nase hält.

Hiroshi Matsubara berichtet, wie nordkoreanische Einwanderer in Tokyo und anderen Großstädten meist im Gaststättengewerbe reich geworden waren, und heute, fast allen Besitzes beraubt,am Rand des Elends leben. Diese Frauen und Männer haben über Jahre den größten Teil ihrer Gewinne der Vereinigung in Japan lebender Koreaner (der Schongryon) überwiesen. Dieser Verein mit eigener Zeitschrift (die Schoson Sinbo) unterhielt zahlreiche Gemeinschaftsschulen und war so etwas wie die Botschaft, womöglich auch Spionagezentrum. Schongryon überließ Nordkorea, will sagen den dortigen Machthabern, beträchtliche Summen in Yen (bekanntlich eine nicht weniger als der Dollar geschätzte Währung). Geld, das der Verein von den Landsleuten erhielt (erpresste?).

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Die schönste Machenschaft war zweifellos die Feier zum 60sten Geburtstag von Kim Il Sung (dem "Völkerväterchen" und nebenbei auch Väterchen des gegenwärtigen Kim), der Leuchte der nordkoreanischen Nation. Fünf Milliarden Yen (beinahe 33 Millionen Euro) wurden zur Feier des Tages gesammelt,und wenn die Gratulanten nicht zahlungsfähig waren, nahm man liebenswürdigerweise auch ihre Autos oder anderen Wertbesitz als Geschenk. Seitdem hat Schongryon Fehlinvestitionen in gewagte Joint-venture-Unternehmen getätigt und um der Geschäfte willen seine sozialen Leistungen mehr und mehr eingeschränkt: keine Unterstützung mehr von verarmten, alten Mitbürgern trotz jahrzehntelanger treuer Dienste, Schliessung der meisten Schulen, Aufgabe der Zeitschrift usw.

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Derweil fragt sich das andere Korea, das südliche, verdutzt, was von der ersten Maßnahme des Jahres der Hauptstadt Seoul zu halten ist: die Stadt verkauft ihre Eigentumswohnungen je nach Größe und Lage 15 bis 20 Prozent unter Marktpreis. Wird dieser Ausverkauf die Immobilienspekulation weiter anheizen, die Profite der Händler in die Höhe treiben oder wird den Mittelschichten billigeres Wohnen bescheert? Moon So-young, Journalist des JoongAng Daily (oder auch "Tageszeitung des Zentrums" - ein Titel an dem sich niemand stösst, Tagesauflage eine Million), hat nicht wirklich eine Antwort. Man könnte ihm einen Besuch in Paris anraten. Vielleicht würden ihn die dieser Tage in der ganzen Welt so fotogenen, kleinen roten Zelte der Obdachlosen am Kanal Saint Martin inspirieren.

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In Indien, schliesslich, macht man sich Sorgen, von denen man dachte, sie seien typisch für das alte Europa: Abwanderung von Fachleuten und anderen Talenten in andere Breiten auf der Suche nach Reichtum. In der Tat werden 2011, das heißt übermorgen mehr als die Hälfte aller Piloten der indischen Fluggesellschaften Ausländer sein, darüber hinaus womöglich nicht die besten und solche die schlecht englisch sprechen. Schon jetzt haben zahlreiche Russen, Philippinos, Brasilianer oder Irländer das Kommando der indischen Luftflotte übernommen. Das hat vorallem zwei Gründe: der Luftverkehr in Indien erweitert sich infolge des exponentiellen ökonomischen Wachstums explosionsartig und die Flotte ist überaltert und indische

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Piloten werden für die alten Maschinen nicht mehr ausgebildet. V. Manju von der Times of India (Die indische Zeit - eine treffende Bezeichnung) macht sich Gedanken über die Sicherheit der Passagiere im Inlandverkehr... In Erwartung der avisierten Katastrophen empfiehlt sich (wieder) als Lektüre, die es in sich hat - quasi das Handbuch zum Überleben für Flugphobiker - : "Airport" des britisch-amerikanisch-kanadischen Schriftstellers Arthur Hailey...