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Als sie mit ihm zusammen zur Wahl stand, hatte Senator McCain ihre Kandidatur begrüßt : sie ist unabhängig und lässt sich von niemandem dreinreden. In "Aus der Reihe tanzen : eine amerikanische Biographie", einer Art Manifest fürdie nächsten Präsidentschaftswahlen 2012, zeigt sich Sarah Palin wie sie ist : 410 Seiten ebenso leer wie ihr Ehrgeiz überdimensional, meint der Kritiker der konservativen englischen Times : eine Frau ohne jede Hemmung.

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Mit ihrem Buch (das ihr immerhin 5 Millionen Dollar eingebracht hat), sagt Sarah Palin, möchte sie auf Barack Obamas "Hoffnung wagen" eine Antwort geben. Das schafft sie auf kaum sechs Seiten, bevor sie sich auf den folgenden acht ihrer angebeteten Familie widmet. Anschließend macht sie nur noch Wahlkampf und, was auch immer sie sagt, sie sucht das angekrazzte Image aufzubessern, das die Medien von ihr verbreitet hatten. Sie positioniert sich politisch rechts, und schmeichelt der republikanischen Basis, die in ihr die unbedingte Familienmutter sah und sehen will.

Die New York Times schrieb über das Buch, es scheine aus der Feder eines Talkshowmasters zu stammen und in der Tat hat die weiße Frau wohl einen "Neger" (Gostwriter) beschäftigt und ihre Popularität wäre wohl kaum über die Grenzen des Staates Alaska, in dem sie sozusagen "weit weg" regierte, hinausgegangen, wenn der Kandidat McCain ihr nicht die Vizepräsidentschaft angetragen hätte.

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Hat der weißhaarige alte Veteran auch nur geahnt, dass sie auf den Geschmack kommen könnte ? Dass sie die Massen begeistern könnte, genau wie George Bush, hier eine freundliche Berührung, dort ein Schulterklopfen, donnerndes Gelächter, wenn nicht gar hier ein Rülpser, dort ein Furz. Das genaue Gegenteil der Eleganz Obamas, dessen Wahl mehr dem Zufall und der Not zu verdanken ist, als einer wirklichen Zuneigung der Amerikaner.

Vorsicht also, mokieren wir uns nicht zusehr über diese Sarah Palin, die sich gerade auf eine spektakuläre Werbetour für ihr Memoirenbuch begeben hat : da drüben, genau wie auch hier, stehen dem Populismus goldene Zeiten bevor... Und schon bald könnten wir da eine Frau, Kaugummi-kauend, allzulaut lachend, aus der Air Force One steigen, die Bäuche der Marines im Irak tätscheln oder ihrem chinesischen Partner einen rassistischen Witz zum Besten oder vielmehr zum Schlimmsten geben sehen. Nur Mut, lasst uns reißaus nehmen !