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Ist etwas faul in Argentinien? Ein zersetzendes Klima, das die politischen und gewerkschaftlichen Umgangsformen zu durchdringen droht in diesem Land, in dem noch immer das Gespenst seiner neueren Vergangenheit umgeht? Gewerkschaftler, Politiker und Aktivisten der extremen Linken sind in eine trübe Geschichte verwickelt, die die Schwierigkeiten ans Licht bringt, mit denen eine Gesellschaft zu kämpfen hat, wenn sie sich von einer faschistischen Vergangenheit emanzipiert.

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Vor gerade mal einer Woche wurde ein junges Mitglied der (trotzkistischen) Arbeiterpartei ermordet, als er mit seinen Kameraden in einem südlichen Viertel von Buenos Schienenwege blockieren wollte. Es ging ihnen darum, eine im Autrag der argentinischen Eisenbahnen handelnde Firma zu zwingen, mehrerer entlassene Kollegen wieder einzustellen. Gewerkschafter der Eisenbahnervereinigung in der Allgmeinen Arbeiterkonföderation versuchten, die Blockade zu verhindern (der alte Hass und die Intrigen zwischen Kommunisten und Trotzkisten zeigt sich hartnäckig...). Sie hielten sich jedoch hinter Masken versteckt und schickten Hooligans vor, Fußballfans mit rasierten Köpfen, wie sie nicht nur in Argentinien Terror machen, sondern zum Beispiel auch bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Es kam zu einer Schießerei. Der 23jährige Mariano Ferreyra war sofort tot, und die 61 jährige Veteranin im Arbeitskampf Elsa Rodriguez liegt immer noch im Koma.

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Als Mariano zu Boden ging, hat ein Zeuge mitgekriegt, wie jemand sagte: "das macht einen Linken weniger!" Mariano, berichten die argentinischen Zeitungen, war seit seinem 14. Lebensjahr politisch engagiert. Die Zeitungen beschreiben die Eisenbahnervereinigung als korrupt und bürokratisch und der peronistischen Regierung von Cristina Kirchner nahestehend. Diese widerum beschuldigt ihre politischen Rivalen der Rechten des Mordes und bezeichnet die Zeitungen als "Aasgeier".