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Ein Zone ozeanischer Winde zwischen Florida und Porto Rico, die man nach ihrem Grenzarchipel so nett das Bermudadreieck nennt: Bisher wurde die Welt regelmäßig alarmiert, weil Schiffe oder Flugzeuge dort spurlos verschwanden. Ab sofort muss die Menschheit außerdem noch wissen, dass dies britische Konfetti, autonomes Territorium von 360 Koralleninselchen, das 65 773 Einwohner zählt(zum Vergleich: das 15. Arondissement von Paris zählt 225 362 Seelen), eine für zeitlos bedeutende Presse besitzt. The Royal Gazette befasst sich mit den wesentlichen Dingen. An jenem Tag, dem 9. April, als im Irak 15 amerikanische Soldaten starben, als die aus ihrem "Gefängnis" im Iran heimgekehrten Briten auf den Bildschirmen posierten, als die gasexportierenden Länder sich in Katar trafen, als in Afghanistan Geiseln getötet wurden, macht das maßgebliche Blatt in Hamilton, der Hauptstadt der Inselwelt, mit einer die Leser erschütternden Affaire auf. Die Einwohner von Marsh Folly, einem Viertel der Gemeinde Pembroke, glauben nicht mehr an die Politiker: "Zuviele Schwüre, die gebrochen wurden".

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Die Regierung hatte ihnen versprochen, die unschöne Umgebung ihres Viertels in eine Parklandschaft zu verwandeln, um die sie das ganze Land, ja sogar das Ausland beneiden würde. Zwanzig Jahre später sind auf der Müllkippe am Horizont eine offene Müllverbrennungsanlage und Gewächshäuser entstanden. Aber von Bäumen oder Seen noch immer keine Spur. Glenn Jones und Tamell Simons (einer reichte nicht für diese Nachforschungen...) haben also die enttäuschten Einwohner in Marsh Folly erneut befragt. Nicht weniger als fünf Seiten für die wütenden Kommentare der Einwohner, die unter dem üblen Gestank der Müllverbrennungsanlage leiden, nichts als Abfall und Topfplanzen sehen, vorallem aber noch immer die bukolische Seenlandschaft vor dem inneren Auge haben. Es ist zum wahnsinnig werden! Die Bermudas sind ein Eldorado für Luxusturisten, die Preise für einsame Villen erreichen Rekordhöhe... Jeder hat so seine Probleme.

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Im heutigen Russland kann man an jeder Straßenecke auf wilde Müllkippen stoßen. Aber nie entsteht daraus ein Aufmacher. Aus dem Alkoholkonsum, vorallem aus dem von Wodka aber sehr wohl. Die Iswestja veröffentlichen den Alarmruf von Genadi Onischtschenko, Chefarzt und Regierungsbeauftragter für allgemeine Gesundheit. Seine erste Studie auf diesem Gebiet kommt zu erschreckenden Ergebnissen: Im Vergleich zu 2001, als sie pro Person 15 Liter reinen Alkohols in sich hineingossen, schlürfen die Russen (Frauen, Kinder und Greise inbegriffen) inzwischen beteuden mehr, nämlich 34 Liter Wodka im Jahr...

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Und während die Menschen saufen, muss das Vieh dran glauben... in Kanada. Die Tierärzte dieses schönen Landes haben soeben einen dringenden Appell an ihre Behörde gerichtet: Räumt mit den Missständen bei den Herstellern von Tiernahrung auf, sonst steht uns eine Katastrophe bevor! Schon am 16. März hatte eine Firma in Ontario 60 Millionen Dosen aus Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanada zurückbeordert. Sie enthielten eine für Katzen und Hunde - und übrigens auch für Menschen - tödliche Substanz. Zur Stunde teilen sich 17 kanadische Unternehmen diesen ebenso einträglichen wie deregulierten Markt.

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Le Soleil in Quebec alarmierte in dieser Woche seine Leser
mit einer anderen weltweiten Katastrophe, die nun auch ihr Land bedroht: das Bienensterben und der Verlust an Bienenstöcken, der in absehbarer Zeit eine Bedrohung für alle Kulturen darstellt. In den benachbarten
Vereinigten Staaten, wo eine Million Stöcke verloren gingen, hat man das Unheil CDD, Colony Collapse Disorder, getauft. In Frankreich sind in bestimmten Gegenden 90% der Bienen verendet. Die Bienenzüchter glauben, dass genetisch modifizierte Pflanzen, vorallem Mais und Kartoffeln der Grund für CDD sind. Und ohne Bienen keine Bestäubung und ohne Bestäubung weniger Früchte...

Wir leben in herrlichen Zeiten.