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Die Affäre erregt einiges Aufsehen an der Westküste der Vereinigten Staaten. Nach den dramatischen Bränden der letzten Wochen schwehlt in Hollywood ein neues Feuer, das sowohl in kalifornischen Zeitungen, wie der Los Angeles Times, als auch in nationalen Blättern, wie der USA Today Schlagzeilen macht. Die Schriftstellergilde hat nach viermonatigen Verhandlungen zwischen Produzenten und Drehbuchautoren zum Streik aufgerufen. Die gesamte Film- und Fernsehindustrie zittert. Der letzte Arbeitskampf liegt fast zwanzig Jahre zurück und dauerte nicht weniger als 22 Wochen. Die Verluste lagen bei 500 Millionen Dollar. In den Vereinigten Staaten führt in diesem Sektor, wie auch in anderen kaum ein Weg an der gewerkschaftlichen Organisation vorbei. Praktisch ist sie unumgänglich für jede/n, die/der arbeiten möchte, und die Mitglieder müssen den Streikanordnungen gehorchen. Auch ist die Gewerkschaft sehr gut durchorganisiert. Während der Verhandlungen sammelte die Gilde vorsorglich Geld, um ihre Mitglieder bei einem eventuellen Streik finanziell unterstützen zu können.

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Am Arbeitkampf nehmen sowohl die Autoren von Varieté- und Talkshow-Sendungen als auch die Drehbuchschreiber von Serien und Filmen teil. Der Grund für den Ausstand liegt in den neuen Technologien, weil mit ihnen juristisches Neuland betreten wird. Es geht um die Autorenrechte, die die Streikenden für unzureichend halten, was die Verbreitung über das Internet oder auch über den Verkauf von DVD’s angeht. Die Produzenten haben sich natürlich auch organisiert, aber über kurz oder lang wird der Streik sich dennoch auswirken. Sie haben zwar einen Vorrat von Serien, Programmen und Drehbüchern angelegt, aber bestimmte, bereits begonnene Dreharbeiten werden in Mitleidenschaft gezogen sein. Ein Wirtschaftswissenschaftler in Los Angeles, Jack Kiser, meinte im Intervies der USA Today dass ein Streik wie der von 1988 Hollywood heute eine Milliarde Dollar kosten würde. Die Arbeiter der Feder - heute wohl eher des Komputers - scheinen wild entschlossen. Sie beteuern, dass ihre Forderungen nicht nur finanzielle sind, sondern dass sie anerkannt werden wollen als "die ursprünglich schöpferisch Tätigen, ohne die diese Industrie ihre Milliardenprofite nicht einfahren könnte..."

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In Israel sind die Lehrer der Sekundarschulen, die in diesem Land eine Schlüsselfunktion haben, inzwischen bei ihrem 25ten Streiktag angekommen. Der Ausstand könnte sich auf allen Gebieten im Land auswirken, wenn es nicht zu Verhandlungen kommt. Die Tageszeitung Haaretz berichtet, das die bedeutenste Berufsorganisation des Landes , die Histradut, damit droht, den Arbeitskampf zum unbegrenzten Generalstreik auszuweiten. Die Gewerkschaft beschuldigt die Regierung, nicht zum Dialog bereit zu sein und die Lage verschlechtern zu wollen. Auch hier ist die Krise nicht nur eine finanzielle.

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Die Lehrenden verlangen zwar eine konsequente Aufwertung ihrer Gehälter, aber sie fühlen sich auch "in ihrer Arbeit und in ihrer Haltung" in Frage gestellt. Das Erziehungsministerium will zwar eine 25 prozentige Gehaltserhöhung über fünf Jahre bewilligen, aber nur unter der Bedingung, dass die Lehrer/innen drei Wochenstunden Mehrarbeit auf sich nehmen. Eine Umsetzung der anderswo aktuellen Parole "mehr leisten um mehr zu verdienen"... Die Schulmeister/innen verlangen eine sofortige, viel bedeutendere Gehaltserhöhung, die Anrechnung der Vorbereitungsstunden für den Unterricht und kleinere Klassenfrequenzen. 80 Jahre nach der Oktoberrevolution kündigt sich der November in Frankreich wie auch anderswo, bei den Werktätigen der grauen Zellen, aber auch bei anderen Arbeitenden, als heißer Monat an.