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Die Neuseeländer haben verdammt viel Sinn für Humor und fürs Feiern und sind stolz darauf, wennn man den versammelten Titelseiten ihrer großen Tageszeitungen Glauben schenkt. Da erscheint Kyle Gear, sechs Jahre alt und womöglich mit allen seinen Zähnen in einer ziemlich spektakulären Neuauflage von "Halt durch, Jeannot" (Film-Sketch, Sophie Daumier, Guy Bedos, La Drague (die Verführung), 1972 d. Ü.). Also Kyle war einer der Konkurrenten in der Junior-Serie (sehr Junior) aller möglichen Rodeo-Vorstellungen in der schmucken Stadt Canterbury (Südinsel, berühmt wegen ihrer Kuhweiden). Für Kyle ging es darum, möglichst lang nicht von seinem Schaf zu fallen. Und der sechsjährige Reiter hielt durch in jeder Lage, oben drauf und vorallem drunter, ein Odysseus moderner Zeiten.

Wir erinnern uns, das Odysseus und seine Gefährten große Angst vor einem bösen Zyklopen hatten (tatsächlich war der gar nicht so böse, man sollte vielleicht die Odyssee umschreiben im Hinblick auf die hintergründige Abnormität des Helden) dem sie unter den Bäuchen einer Herde von Widdern entkamen. Als Belohnung stach Odysseus dem Unglücklichen noch sein einziges Auge aus. Der kleine Kyle gewann nur den Pokal seines Rodeos. Der Wettkampf stand nicht nur den Neuseeländern sondern auch den Australiern offen, von denen gewisse Landsleute sich am gleichen Tag dem Mord an indischen Studenten hingaben.

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In Melbourne nämlich wurde ein 21 jähriger, aus dem Punjab stammender Student, der gerade sein Studium beendet hatte, erstochen als er von seiner Nachtarbeit kam und sich gerade bei einem McDonalds zu essen anschickte.

Derartige rassistische Gewalttaten nehmen zur Zeit erschreckend zu im Land der Känguruhs.

Nachdem die Ureinwohner ziemlich dezimiert sind und mit öffentlicher Reue das Kapitel abgeschlossen wurde, sind jetzt die jungen Inder das Ziel der Neonazis.

Der Mitbewohner des Opfers, Sandeep Sandeep, erklärt, dass man ihn zu wiederholten Malen geschlagen und mit einem Messer bedroht habe.

Der Mord hat in der indischen Presse zu hysterischen Reaktionen geführt. Da empfiehlt man den jungen Menschen, die südlichen Breiten des Ozeans zu meiden.

Man kann gar nicht genug erklären, dass diese Neuseeländer auf dem Kopf stehen.

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(Auch wenn alles relativ ist, wie uns der dahingeschiedene Einstein - Albert mit seinem Vornamen - lehrt...)