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Ein paar Stunden lang herrschte am Sonntag auf der Simon - Bolivar - Brücke , an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela eine Stimmung, die fast an Woodstock denken ließ, wo vor bald dreißig Jahren "peace and love" gefeiert wurde. "Frieden ohne Grenzen" hieß das Motto diesmal, unter das die Organisatoren ihr Mammutkonzert gestellt hatten. Hundert bis zweihundertausend Menschen kamen. Meistens Kolumbianer, meint die Presse in Bogota - einer ist immer friedlicher als die anderen. El Universal in Caracas hat gar nicht erst gezählt, denn wer liebt, der zählt nicht, Nationalitäten spielten keine Rolle, alles war reine Brüderlichkeit und Verständigung unter den Völkern.

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Ein Konzert also, grenzenlos, an einer natürlichen Grenze: die Simon - Bolivar - Brücke verbindet Cucuta (Kolumbien) mit San Antonio del Tachira (Venezuela), spannt sich über den schmalen Tachira Fluss und wurde an diesem Tag ihrerseits von einem Menschenstrom überflutet. Ohrenbetäubende Appelle der Stars lateinamerikanischer Musik mit der Forderung an die FARC, Ingrid Betancourt freizulassen, an die Regierungen von Kolumbien, Equador und Venezuela, mit ihrem Säbelrasseln aufzuhören. "Wir leben alle im selben Land" wurde am Ende gar gebrüllt!

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Friedensbilder sind auf den Titelseiten der Zeitungen eher rar in diesen Zeiten. Aber diese Woche war auch die 19te Woche der Presse und der Medien in der Schule. Eine Gelegenheit für die kleinen Schüler/innen auf dem Frankophonie-Planeten, sich schriftlich mit der Gegenwartsgeschichte zu beschäftigen. Eine Ausnahme machte nur die Jugend in Hongkong, denn die durfte seit Tagen nicht zur Schule gehen: alle Vor- und Grundschulen wurden für wenigstens zwei Wochen geschlossen, nachdem eine dreijährige an der Vogelgrippe gestorben war (ihre siebenjährige Schwester überstand die Krankheit). Ein Opfer des H5N1 Virus (wenn es nicht der H3N2 gewesen ist, ein anderer Auslöser der gleichen Pest)oder auch der SRAS-Krankheit, die Bezeichnungen variieren von China über Thailand bis Miami.

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Natürlich gerieten die Bürger/innen der Megapolis einigermaßen in Panik, heutzutage sind die Vorsichtsmaßnahmen außerordentlich streng, die Behörden wollen keinerlei Risiko eingehen. Thomas Tsang Ho-fai, der Generalinspekteur der Gesundheitsdienste hat jedoch erklärt, das es gar keinen Grund für die Annahme gäbe, das Krankheitsrisiko sei diesmal größer als in den letzten zwei Jahren (144 Fälle 2006, 177 2007 und 166 dieses Jahr). Die Schließung der Schulen ist die spektakulärste aller angekündigten Maßnahmen. Spektakulär genug, um Tibet wenigstens etwas zu verdrängen...