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Selbst Karl Rove, der engste Berater von George W. Bush, schüttelt den Kopf... Obwohl doch sein alter Chef geradezu faszinierend hemmunglos sein konnte: rülpsen, furzen, spucken, Hand am Hintern, nichts ließ er aus, wenn er damit am amerikanischen Firmament glänzen konnte. In Sarah Palin, der Frau aus Alaska hatte der ehemalige US-Präsident seinen weiblichen Klone gefunden, jemand der hemmungslos Kurs aufs Oval Office im Weißen Haus nahm. Aber jetzt sind George W. und Sarah out, praktisch tot: hier ist Christine! Christine O’Donell hat bei der Vorwahl der Republikaner zum Senat im Staat Delaware den Sieg davon getragen. Sie wird demnächst bei den verflixten Halbzeitwahlen im November kandidieren.

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Ihr Konterfei schmückt die Titelseiten der meisten amerikanischen Zeitungen und kommt soeben über den Atlantik auch in die unsrigen. Christine O’Donell, die vom wahren Volk der Rechten mit Abstand gekürt wurde, ist eine erschreckende Mischung von amerikanischem Traum und Alptraum. Sie sagt den Abgeordneten wie den Eliten ins Gesicht, dass sie jahrelang von weniger als 5800 Dollar im Jahr gelebt (kaum 4500 Euro) und für eine Vereinigung zur Verteidigung der Sexualmoral gekämpft hat. Sie mag Feuerwaffen, verabscheut Abtreibung und Abreiber, behauptet die Masturbation sei eine Art von Ehebruch und hasst mehr als alles den Präsidenten Obama und seinen Plan zur Haushaltssanierung. Und ihre Wahlversammlungen schließt sie mit einem Zuruf an ihre Gegner von der Linken wie von der respektablen Rechten: "Unterschätzt nicht unsere, die Macht des Volkes. Wir, das Volk, werden wieder in Washington regieren, das sage ich Euch!"

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Zögernd nur akzeptiert sie den Vergleich mit Sarah Palin, die ist ihr zu lauwarm: "Ich nehmne den Vergleich als ein Kompliment, aber vergesst nicht, das ich meine eigenen Ideen habe!" Nein, man vergisst nicht... Christine O’Donell kommt aus der Tea-Party-Bewegung, die allein zur Verbreitung von Abscheu gegen Obama gegründet und von eifrigen Republikanern vorangetrieben wurde, die sich jetzt in die Finger beißen. Christine hat ihre Absicht klar verkündet: sie wird nicht ruhen, bevor sie nicht ins Weiße Haus einzieht. Alle Achtung vor soviel Mut. Und Gute Nacht, meine Herren Zauberlehrlinge!