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Die sehr seriöse Die Welt verkündet eine revolutionierend hoffnungsvolle Neuigkeit: Berliner Forscher haben eine Bio-Viagra-Pille entwickelt. Der Leiter dieses wunderbaren Projekts, Herr Schröder (Olaf, nicht Gerhard, das muss man wohl präzisieren...) ist stolz: das grüne Viagra aus einem Pflanzencocktail wirke sogar stärker als sein nun schon alter chemischer Vorgänger. Doch komme die Bio-Potenz nicht vor dem Frühjahr 2010 auf den Markt. Sie müssen sich also, meine Herren, noch gedulden bis sie dann die Sexbomber werden können, zuallererst wohl zu Ihrem eigenen Vergnügen. Die stimulierende Mischung ist tatsächlich ein Produkt der europäischen Osterweiterung, sozusagen eine unmittelbare Folge des Mauerfalls. Ihr Hauptbestandteil ist nämlich Tribulus terrestris, auf deutsch der Erd-Burzeldorn, der dornige Früchte hat, die sich wie Heftzwecken etwa in Füße bohren und so von Tieren verbreitet werden. Das robuste Jochblattgewächs kommt besonders reichlich in Südosteuropa vor und gilt seit langem als "Krafterzeuger".

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Herrn Schröders (Olafs, nicht Gerhards) Stärke liegt in der Verbindung mit Reis, mit Weizen- und Distelkeimen, aber auch mit Zuckerrohr und der uralten andinen Maca (Gemüsepflanze, gilt als Aphrodisiakum d.Ü.). Da müssen wir dann Herrn Schröder (diesmal den anderen) fragen, ob die Glückspille auch dann noch als Ökoprodukt gelten kann, wenn aus Peru, oder von den Antillen die nötigen Wirkstoffe per Flugzeug bei der damit verbundenen Schadstoffbelastung der Atmosphäre herbeigeschafft werden. Oder auch, wie hoch der nicht libidinöse Energieaufwand wäre, wenn man hier riesige Gewächshäuser bauen würde.

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Alles dies könnte die neue russische Landwirtschaftsministerin, Elena Skrynnik in höchstem Maß interessieren. Sie kam vor 47 Jahren in Tscheljabinsk, im Herzen des Ural, auf die Welt und die Vremja (Die Zeit) widmet ihr ihre Titelseite. Sie ist die erste Frau auf diesem Posten, was ihr seitens der Zeitung den Titel "Zarin der Felder" einbringt: Niemals im alten Russland, in der Sowjetunion, im neuen Russland hätten die Landwirte sich träumen lassen, dass eines Tages eine Frau für sie zuständig sein könnte. Mit einer Ausnahme: Katarina die Große, die göttliche. Elena Skrynnik hat die doppelte Erfahrung als Ärztin und als Unternehmerin, dass könnte sie ermutigen, die Erd-Burzeldorn-Kultur in großem Stil anzukurbeln. Präsident Dmitri Medwedjew findet, dass die russischen Landwirte eine Art innere "Dritte Welt" darstellen, dass unbedingt ein starkes Signal kommen muss, um ihnen wieder Mut zu machen. Da wäre also die Kaiserin Elena...