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Sind unerlaubterweise Mücken in Ihr Fünf-Sterne-Hotelzimmer eingedrungen? Hat Ihre Reiseagentur sich nicht genügend um das Ambiente für Ihre Ferien auf den Bahamas gekümmert? Stört Sie das Geräusch mit dem die Ankerkette ihres Superkreuzfahrtschiffs gegen den Bug schlägt, oder hätten Sie lieber statt eines Fensters ein Bullauge gehabt? Waren Sie zwei Tage lang ohne warmes Wasser in einer 3-Sterne-Residenz? Konnten Sie in der Türkei das heimatliche Lieblingsfernsehprogramm nicht sehen? Müssen Sie zehn Minuten zu Fuß zum Strand gehen, während Ihnen der Prospekt die Füße gleich im Wasser versprach?

Kurzum, verderben Ihnen winzige Kleinigkeiten den Genuss für den Sie das ganze Jahr geschuftet haben? Begeben Sie sich unbedingt sofort nach Österreich. Dort sichern die Gerichte ärgerlichen Urlaubern, die jede kleine Unvorhergesehenheit ihrer heiligen Ferienreisen ablehnen, immer mehr Entschädigungsanspüche zu. In den oben zitierten, höchst skurrilen Fällen wurden 5 bis 10% Minderung der anfänglichen Preise erreicht. "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Geldes nicht wert" sagte man früher...

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Solche kleinen Unannehmlichkeiten würde es nicht geben, wenn wir das ganze Jahr über Ferien hätten. Wie die Personen im wunderbaren Roman des seeligen Albert Cossery "Nichtstuer im fruchtbaren Tal" ("Les fainéants dans la valée fertile"). In jener Familie an den Ufern des Nil ist man Rentier seit Generationen, glücklich und stolz bis dies harmonische schöne Leben durch die Eskapaden des jüngsten Nachkommen durcheinander gebracht wird. Der hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, in der Fabrik arbeiten zu wollen. Geht also jeden Morgen unter den entsetzten Blicken der Seinigen aus dem Haus und die suchen nach Mitteln, seine Pläne zu durchkreuzen. Sie brauchen sich nicht sonderlich anzustrengen: der Arbeitsanwärter schläft jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit ein...

Ein ausgezeichneter Lesestoff für die Ferien, für die ich Ihnen nur das Allerbeste wünsche, bevor auch ich mich jetzt aufmache ins Grüne!